Ratgeber ·
Power9 End of Service: Was seit dem 31. Januar 2026 gilt
Seit dem 31. Januar 2026 bietet IBM für die ersten Power9-Modelle keinen Standard-Service mehr an. Viele Unternehmen betreiben darauf ihre IBM i (AS400) – und fragen sich, wie es weitergeht. Hier erfahren Sie, welche Systeme betroffen sind, was sich ändert und welche Optionen Sie haben.
Das Wichtigste in Kürze
- IBM hat am 12. September 2024 das End of Standard Service für sechs Power9-Modelle angekündigt, wirksam zum 31. Januar 2026.
- Betroffen sind die Modelle der ersten Power9-Generation von 2018, darunter S914, S922 und S924.
- Ihr System läuft weiter. Es gibt aber keine vorbeugende Wartung und keine neuen Fixes von IBM mehr – auch keine Sicherheitsfixes für Firmware und Maschinencode.
- Sie haben vier Optionen: auf Power10 oder Power11 umsteigen, in die Cloud oder ins Hosting wechseln, die IBM Hardware Support Extension nutzen oder Drittanbieterwartung abschließen.
Welche Power9-Modelle sind betroffen?
IBM nennt in seiner Mitteilung genau diese Typ-Modelle:
| Typ-Modell | Bezeichnung |
|---|---|
| 9009-22A | Power S922 |
| 9009-41A | Power S914 |
| 9009-42A | Power S924 |
| 9223-22H | Power H922 |
| 9223-42H | Power H924 |
| 9008-22L | Power L922 |
Nicht betroffen sind nach den Lifecycle-Seiten von IBM (Stand Februar 2026):
- die 2020 nachgeschobenen G-Modelle, zum Beispiel die S924 mit 9009-42G – für sie hat IBM noch kein Supportende genannt,
- die Power E950 (9040-MR9) – ebenfalls ohne Supportende,
- die Power E980 (9080-M9S) – hier endet der Standard-Service erst am 31. Dezember 2027.
Entscheidend ist also nicht der Name „S924“, sondern das Typ-Modell. Sie finden es auf dem Typenschild Ihres Systems oder in der Hardware Management Console (HMC).
Was bedeutet „End of Standard Service“ konkret?
Wichtig vorweg: Das ist kein Abschaltdatum. Ihr Power9-System läuft weiter, Ihre IBM i und Ihre Anwendungen auch. IBM beendet nur seinen Standard-Service. Laut IBM heißt das:
- keine vorbeugende Wartung mehr,
- keine neuen Updates und Fixes,
- keine Entwicklung neuer Maschinencode-Updates, Patches oder Fixes – ausdrücklich auch keine Sicherheitsfixes.
Das eigentliche Risiko ist deshalb ein Hardwaredefekt: Fällt ein Netzteil, eine Platte oder ein Board aus und Sie haben keinen Wartungsvertrag, steht Ihr System – und mit ihm ERP, Lager und Buchhaltung.
Ihre vier Optionen
1. Auf Power10 oder Power11 umsteigen
Das ist die Empfehlung von IBM. Sie bekommen aktuelle Hardware mit vollem Service und neuen Fixes. Dafür investieren Sie in neue Maschinen und planen die Migration. Prüfen Sie dabei auch, ob sich die Lizenzierung Ihrer IBM i und Ihrer Anwendungen ändert.
Die Migration selbst muss Ihren Betrieb nicht lange unterbrechen. Mit Werkzeugen wie BUS4i lässt sich eine IBM i im laufenden Betrieb auf ein neues System übertragen.
2. In die Cloud oder ins Hosting wechseln
Statt neue Hardware zu kaufen, lassen Sie Ihre IBM i auf fremder Infrastruktur laufen – etwa in IBM Power Virtual Server oder bei einem Hosting-Anbieter. Sie zahlen laufend statt einmalig und müssen sich nicht mehr um Hardware kümmern. Ihre Anwendungen bleiben auf IBM i.
3. IBM Hardware Support Extension
IBM bietet eine begrenzte Verlängerung an, um Zeit für den Umstieg zu gewinnen. Sie umfasst laut IBM unter anderem zertifizierte Ersatzteile nach Verfügbarkeit und Zugang zu bekannten Fehlerinformationen. Neue Fixes werden für diese Modelle aber auch damit nicht mehr entwickelt. Die Extension ist als Übergang gedacht, nicht als Dauerlösung.
4. Drittanbieterwartung
Ein spezialisierter Wartungspartner übernimmt Ersatzteile und Reparatur nach vertraglichem SLA – meist deutlich günstiger als die Herstellerwartung. Das lohnt sich vor allem, wenn:
- Ihr System noch einige Jahre stabil laufen soll,
- Sie den Umstieg in Ruhe statt unter Zeitdruck planen wollen,
- die Maschine nur noch Archivdaten bereithält und keine laufende Software-Wartung mehr braucht.
Neue Firmware oder Sicherheitsfixes von IBM bekommen Sie damit nicht. Die gibt es für die betroffenen Modelle aber ohnehin nicht mehr – auch nicht bei IBM.
Welche Option passt zu Ihnen?
| Option | Passt, wenn … |
|---|---|
| Power10/Power11 | Sie ohnehin modernisieren wollen und Budget für neue Hardware haben. |
| Cloud/Hosting | Sie keine eigene Hardware mehr betreiben wollen. |
| IBM Hardware Support Extension | Sie den Umstieg schon planen und nur eine Übergangszeit überbrücken müssen. |
| Drittanbieterwartung | Ihr System noch Jahre laufen soll, Sie Kosten senken wollen oder es nur noch für Archivzwecke da ist. |
Oft ist es auch eine Kombination: Sie sichern Ihr Power9-System mit Drittanbieterwartung ab und planen parallel den Umstieg – ohne Druck durch ein Wartungsende.
Und Power8?
Für Power8 ist der IBM-Service schon 2024 ausgelaufen: zum 31. März, 31. Mai beziehungsweise 31. Oktober 2024, je nach Modell. Auch diese Systeme laufen in vielen Unternehmen weiter – abgesichert durch Drittanbieterwartung.
So unterstützen wir Sie
Wir warten Power-Systeme von Power6 bis Power11 – auch nach dem End of Service von IBM. Ersatzteile kommen aus unseren eigenen Lagern in Karlsruhe und München, Service gibt es rund um die Uhr nach SLA. Und wenn Sie umsteigen wollen, begleiten wir Sie mit unserem Team aus IBM-i-Spezialisten. Mehr dazu: IBM Power Wartung und IBM i Managed Services.