Ratgeber ·
AS400 Nachfolger: Gibt es den überhaupt?
Kurz gesagt: Nein – jedenfalls nicht so, wie viele denken. Die AS400 wurde nicht abgelöst, sondern weiterentwickelt. Heute heißt sie IBM i und läuft auf aktueller IBM Power-Hardware. Ihre Anwendungen können Sie in aller Regel weiter nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die AS400 heißt seit 2008 IBM i und läuft auf IBM Power.
- Die aktuelle Version ist IBM i 7.6 (April 2025), die aktuelle Hardware Power11 (Juli 2025).
- IBM plant Lieferung und Support von IBM i über 2035 hinaus.
- Der Handlungsbedarf liegt selten bei der Plattform, sondern bei alter Hardware, fehlendem Personal und veralteten Oberflächen.
Was aus der AS400 geworden ist
Der Name hat sich mehrfach geändert, das System dahinter ist geblieben:
| Jahr | Was passiert ist |
|---|---|
| 1988 | IBM stellt die AS/400 mit dem Betriebssystem OS/400 vor. |
| 2000 | Die AS/400 heißt jetzt eServer iSeries. |
| 2004 | Aus der iSeries wird die eServer i5, aus OS/400 wird i5/OS. |
| 2006 | Die Systeme heißen System i. |
| 2008 | IBM führt System i und System p zu IBM Power Systems zusammen. Das Betriebssystem heißt seitdem IBM i. |
| 2025 | IBM i 7.6 erscheint im April, die Prozessorgeneration Power11 im Juli. |
Deshalb ist die Frage nach dem „AS400 Nachfolger“ nicht ganz richtig gestellt. Wer heute eine aktuelle IBM Power mit IBM i kauft, kauft im Grunde die AS400 von heute.
Laufen alte AS400-Programme noch?
In aller Regel ja. IBM i trennt die Programme von der Hardware durch eine eigene Zwischenschicht. Das hat sich bewährt: Schon beim Wechsel auf eine neue Prozessorarchitektur Mitte der 1990er-Jahre liefen Anwendungen ohne Änderung weiter.
Bei großen Sprüngen über mehrere Releases hinweg sollten Sie trotzdem vorher prüfen, ob einzelne Programme konvertiert oder neu übersetzt werden müssen. Ein erfahrener IBM-i-Partner erkennt das in der Bestandsaufnahme.
Wie lange gibt es IBM i noch?
Die Plattform hat eine klare Zukunft:
- IBM i 7.6 ist seit dem 18. April 2025 verfügbar. IBM sichert dafür mindestens 5 Jahre Support zu, mit einer möglichen Verlängerung um 3 Jahre.
- Power11 ist seit dem 25. Juli 2025 verfügbar.
- Die Roadmap von IBM zeigt Lieferung und Support für IBM i über 2035 hinaus.
Wer heute auf IBM i setzt, setzt also nicht auf ein Auslaufmodell.
Warum die Frage trotzdem berechtigt ist
Hinter der Suche nach einem Nachfolger stecken meist ganz konkrete Probleme:
- Alte Hardware: IBM beendet den Service für ältere Power-Generationen – zuletzt für die ersten Power9-Modelle. Mehr dazu in unserem Ratgeber Power9 End of Service.
- Fehlendes Personal: Erfahrene AS400-Administratoren und RPG-Entwickler gehen in Rente, Nachwuchs ist kaum zu finden.
- Alte Oberflächen: Der grüne Bildschirm schreckt neue Mitarbeiter ab, und Schnittstellen zu anderen Systemen fehlen.
Keines dieser Probleme zwingt Sie, die Plattform zu verlassen. Für jedes gibt es eine Lösung auf IBM i.
Ihre Optionen
1. Hardware modernisieren
Sie ziehen auf eine aktuelle IBM Power um – Power10 oder Power11. Ihre Anwendungen kommen mit. Werkzeuge wie BUS4i übertragen Ihre IBM i dabei im laufenden Betrieb. Soll das alte System noch eine Weile laufen, sichern Sie es mit Drittanbieterwartung ab.
2. Betrieb auslagern
Fehlt Ihnen das Personal, übernimmt ein Dienstleister den Betrieb: Administration, Backup, PTFs und Upgrades. Ihr System kann dabei bei Ihnen bleiben oder in ein Rechenzentrum oder Hosting umziehen. Mehr dazu: IBM i Managed Services.
3. Anwendungen modernisieren
Sie behalten Ihre bewährte Geschäftslogik und modernisieren schrittweise: neue Oberflächen im Browser, Schnittstellen (APIs) zu anderen Systemen, moderner RPG-Code. Das geht Stück für Stück und ohne großen Stichtag. Für die Modernisierung von Anwendungen arbeiten wir mit spezialisierten Partnern zusammen und stellen auf Wunsch den Kontakt her.
4. Plattform verlassen
Sie entwickeln Ihre Anwendungen auf einer anderen Plattform neu oder ersetzen sie durch Standardsoftware. Das kann sinnvoll sein, wenn sich Ihr Geschäft grundlegend ändert. Es ist aber meist die teuerste und riskanteste Option: Jahrzehnte gewachsener Geschäftslogik müssen verstanden, nachgebaut und getestet werden.
Welche Option passt zu Ihnen?
| Ihre Situation | Sinnvoller Weg |
|---|---|
| Hardware ist alt oder aus dem IBM-Service gefallen | Hardware modernisieren, bis dahin Drittanbieterwartung |
| Ihr Administrator geht bald in Rente | Betrieb auslagern |
| Anwender klagen über die Oberfläche, Schnittstellen fehlen | Anwendungen modernisieren |
| Ihr Geschäftsmodell ändert sich grundlegend | Plattformwechsel prüfen – mit realistischer Kosten- und Zeitplanung |
So unterstützen wir Sie
In unserer Firmengruppe kennen 7 IBM-i-Spezialisten und 5 Entwickler für RPG und Cobol die AS400 seit vielen Jahren. Wir warten Ihre Power-Systeme von Power6 bis Power11, überwachen Ihre IBM i rund um die Uhr und übernehmen auf Wunsch den kompletten Betrieb. So können Sie in Ruhe entscheiden, wie es mit Ihrer IBM i weitergeht – ohne Zeitdruck.